Insulinspritze und Insulinpumpe: So spritzen Sie Insulin richtig

Viele Diabetiker müssen mehrmals täglich Insulin spritzen. Die Insulinspritze wird nur noch selten verwendet, da ein Insulinpen komfortabler ist. Die richtige Anwendung ist wichtig, damit das Insulin seine volle Wirkung entfalten kann. Bei Kindern und Jugendlichen mit Typ-1-Diabetes kann eine Insulinpumpe mehr Lebensqualität bringen.

Anwendung der Insulinspritze

Verwenden Sie noch die klassische Insulinspritze, ziehen Sie das Insulin mit der Spritze aus der Ampulle auf. Die Spritze können Sie ebenso anwenden wie den Insulinpen. Sie verwenden die gleichen Spritzstellen wie beim Insulinpen, die Sie regelmäßig wechseln. Die Spritztechnik ist bei Spritze und Pen gleich. Sie ist wichtig, damit es nicht zu Veränderungen im Unterhautfettgewebe kommt, die eine Aufnahme von Insulin in den Blutkreislauf negativ beeinflussen.

Mehr Komfort mit dem Insulinpen

Der Insulinpen bietet noch mehr Komfort als die Insulinspritze und ist einfacher in der Anwendung. Im Insulinpen befindet sich eine Patrone mit Insulin. Sie stellen auf dem Pen die erforderliche Dosis an Insulin ein, die Sie in die entsprechende Einstichstelle injizieren. Genau wie die Insulinspritze verfügt der Insulinpen über eine dünne Nadel. Einweg-Pens entsorgen Sie nach der Anwendung, während Sie nachfüllbare Pens immer wieder verwenden können. Entscheiden Sie sich für einen Insulinpen, sind Sie auf das Insulin eines bestimmten Herstellers festgelegt. Die Pens und Patronen sind nicht beliebig untereinander austauschbar. 

Ansicht von 2 verschiedenen Insulinpens zum Verarbeichen von Insulin als Alternative zur Insulinpumpe oder Insulinspritze.

So wenden Sie einen nachfüllbaren Insulinpen an

Haben Sie sich für einen Insulinpen entschieden, gehen Sie bei der Anwendung nach der Bedienungsanleitung des Herstellers vor. Grundsätzlich erfolgt die Anwendung folgendermaßen:

  1. Penkappe entfernen, Patronenhalter abschrauben, leere Patrone entnehmen, neue Patrone einsetzen und Patronenhalter wieder aufschrauben
  2. bei der Anwendung von milchig-trübem Insulin den Pen hin und her schwenken, um das Insulin zu mischen
  3. Nadel aus der Schutzfolie entnehmen, auf das Gewinde des Patronenhalters setzen und gegebenenfalls festschrauben
  4. Pen senkrecht mit der Nadel nach oben halten, Luftblasen nach oben klopfen, zwei Einheiten Insulin einstellen und Dosierknopf drücken, um den Pen zu entlüften
  5. Insulindosis einstellen und Insulin spritzen
  6. Nadel vom Insulinpen entfernen und entsorgen
  7. Penkappe wieder aufsetzen

Wahl der geeigneten Nadellänge einer Insulinspritze

Bei der Insulinspritze und beim Insulinpen kommt es auf die richtige Nadellänge an, damit das Insulin ins Unterhautfettgewebe gelangt. Nur so kann das Insulin zuverlässig ins Blut gehen. Die Wahl der Nadellänge hängt von der Spritztechnik ab. Bilden Sie keine Hautfalte und stechen Sie senkrecht ein, ist eine Länge von vier bis fünf Millimetern geeignet. Bei einer Hautfalte wählen Sie eine Nadellänge von sechs bis acht Millimetern. Ihr Diabetologe wird Sie bei der Wahl der Nadellänge beraten.

Die richtige Spritztechnik

Bei einer Insulinspritze und einem Insulinpen stechen Sie die Nadel senkrecht in die Haut. Haben Sie dabei Schwierigkeiten, können Sie eine Hautfalte mit einer Breite von drei bis fünf Zentimetern bilden. Mit Daumen und Zeigefinger heben Sie die Haut locker an. Spritzen Sie in den Oberschenkel, sollten Sie immer eine Hautfalte bilden, um das Insulin nicht in den Muskel zu spritzen. Um das Insulin nicht herauszupressen, sollten Sie die Falte nicht zu fest drücken.

Die Wahl des Spritzbereichs

Um Insulin mit der Insulinspritze oder dem Insulinpen zu injizieren, müssen Sie die richtige Spritzstelle wählen. Gut geeignet sind Bauch und Oberschenkel, da sich dort genug Fettgewebe befindet. Auch in Gesäß und Oberarm können Sie spritzen. Kurzwirkendes Insulin spritzen Sie am besten in den Bauch, damit es seine Wirkung schnell entfalten kann. In den Oberschenkel spritzen Sie Verzögerungsinsulin, damit es langsamer ins Blut gelangt. Wechseln Sie regelmäßig die Spritzstelle.

Hier können Sie die verschiedenen, geeigneten Einstichstellen am menschlichen Körper sehen. Einmal  in der Vorderansicht, einmal  in der Rückansicht.

Mehr Lebensqualität mit der Insulinpumpe

Eine Insulinpumpe kann eine Alternative zu Insulinspritze als auch zum Insulinpen sein. Sie wird ständig getragen, beispielsweise am Hosenbund, um ihren Träger regelmäßig mit Insulin zu versorgen. Über eine Kanüle, meistens im Bauch, und einen Schlauch, gelangt das Insulin ins Unterhautfettgewebe. Benötigen Sie zusätzliches Insulin, rufen Sie es per Knopfdruck ab.

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